Marktsituation: Blanke Unsicherheit und ganz viel Hoffnung
Weltmärkte – hohe Volatilität.Bild: © Nick Freund-AdobeStock
Betrachtet man Ende KW 25 die Weltenergiemärkte, kommen selbst Branchenkenner ins Staunen. Die Preise bei Öl und Gas sind extrem volatil und reagieren quasi stündlich auf Meldungen aus den Konflikten zwischen USA und Israel mit Iran und Libanon. Die Situation in der Golfregion führt zu Preissprüngen beim Öl von sechs bis acht Prozent binnen Tagesfrist – und das durchaus situationsbedingt in beide Richtungen.
Reserven im Markt
Mit rund 90 $ pro Barrel liegt der Weltmarktpreis Mitte Juni gefühlt noch unter dem, was die andauernden kriegerischen Handlungen rund um die Straße von Hormus erwarten ließen. Analysten verbinden diese gegenwärtige moderate Bewegung mit der hohen Bereitschaft wichtiger Protagonisten, umfangreiche Reserven aufzulösen und in die Märkte zu geben – in den USA wie auch in Europa. In der Konsequenz sehen Fachleute darin aber durchaus deutliche Risiken. Denn sind Rückstellungen verbraucht, könnte der Markt zum Monatsende eine deutliche Tendenz nach oben erleben – skeptische Beobachter sehen dann Peaks von bis zu 120 $ pro Barrel und mehr
Strompreise – steigen seit Mitte April kontinuierlich. Bild: © AdobeFI
Strom nur in eine Richtung
Während der Gasmarkt gegenwärtig ungewöhnlich eng mit den Bewegungen beim Öl korreliert und sich eher seitwärts bewegt, steigen die Preise beim Strom seit Mitte April zwar langsam, aber unaufhörlich nach oben. Für viele Marktteilnehmer, die ihre Einkaufsentscheidung aufgrund der großen Unsicherheiten bisher wacker zurückgestellt haben, liegen in dieser Marktentwicklung Risiken. Wenn die erhoffte Wende zum Besseren weiter ausbleibt, könnten in sich verengenden Zeitfenstern Entscheidungen unabdingbar werden, die weit höhere Beschaffungskosten als gegenwärtig zur Folge haben.
Angriffskrieg dauert an
Seit dem russischen Überfall vom 24. Februar 2022 sind vier Jahre und vier Monate vergangen. Durch die seitdem deutlich zurückgegangene Relevanz russischer Lieferungen nach Westeuropa und auch andere Weltregionen spielt der fortdauernde Krieg auf die Weltmarktpreise nicht mehr die gleiche Rolle, wie zu Beginn des Konflikts.
Zuversichtlicher Blick in die Zukunft
Betrachtet man die aktuellen Terminmarktpreise für Strom liegen die Zahlen für 2027 bei 96,35 €/MWh, in der Tendenz für 2028 rund 81,75 €/MWh und 2029 sogar 75,00 €/MWh. Derartige optimistische Einschätzungen zeigen sich auch beim Gas, wo wir das Base THE 2027 aktuell bei 40,30 €/MWh sehen, die sich in den positiven Prognosen in signifikanten Sprüngen auf gegenwärtig 30,30 €/MWh für 2028 bewegen und für 2029 sogar 26,50 €/MWh zu Buche stehen. Die Lücke von rund 35 Prozent zwischen 2027 und 2029 ist Ausdruck von viel Hoffnung. Dass Konflikte aber durchaus andauern können und sich nicht zwingend in Luft auflösen, zeigen die aktuellen Krisen in der Welt.









