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18. Dezember 2024

Unsicherheit wirkt weiter auf Energiepreis-Niveau

Energiemärkte – Auswertung der aktuellen Situation. Bild: © vetrana - stock.adobe.com

 

Die Energiemärkte sind auch kurz vor Weihnachten 2024 in hohem Maße nervös. Die Unsicherheiten in zahlreichen Weltregionen verstärken vor den Festtagen die Preisvolatilitäten. Analysten spekulieren aktuell insbesondere über die zweite Präsidentschaft Trump, die am 20. Januar beginnt, die völlig unklare Lage in Syrien und dem Nahen Osten und die Lieferbereitschaft Russlands in Zusammenhang mit dem Überfall auf die Ukraine – ein Krieg, der mittlerweile seit mehr als 1.000 Tagen andauert.

 

Erdgas-Markt

Verglichen zum Preisniveau vor den Krisen (Corona, Ukraine u.a.) liegen die Kosten für Erdgas nach wie vor deutlich höher. Aktuell sehen wir für die Frontjahre ein Level von rund 45,00€/MWh. Das ist zwar deutlich niedriger als im Sommer 2022, als die Höchststände um die 140,00€/MWh pendelten, liegt aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie das Vorkrisen-Niveau mit etwa 20,00€/MWh. Bei den Füllständen der Speicher hat die Ausspeicherphase begonnen, wie die Fachleute sagen. Anfang November waren rund 98 Prozent erreicht, aktuell liegen die Füllstände um die 89 Prozent. Würde eine echte Kältewelle die Speicher überproportional belasten, könnte das Druck auf die Gaspreise entwickeln. Ebenfalls könnte der im Raum stehende Lieferstopp Russlands für Gas nach Österreich preisrelevant werden. Würden die Lieferungen zum Jahresende tatsächlich komplett eingestellt, müsste der österreichische Staatskonzern OMV nach Alternativen suchen, was den Preis steigen lassen würde. Spekulieren lässt sich derzeit auch nur über die Energiepolitik der kommenden Trump-Administration. Setzt der 47. Präsident der Vereinigten Staaten beim Pricing eher auf die Exportseite und damit einhergehend attraktive Preisgestaltung, oder will er potentielle Verknappungen nutzen, um politisch Druck aufzubauen?

 

Strom-Markt

Auch hier ist seit dem 24. Februar 2022, als Russland die Ukraine angegriffen hat, nichts mehr so wie vorher. Aktuell sehen wir ein oberes Preis-Cap von rund 100,00€/MWh, wo das Vorkrisenniveau noch etwa um die Hälfte rangierte. In der Spitze wiederum lag der Preis im Sommer 2022 aber um die 400,00€/MWh. Auch beim Strom sehen wir eine extrem hohe Marktvolatilität. Durch die Wirtschaftskrise in Deutschland, die sich gerade in Schlüsselbranchen wie im automotive Sektor manifestiert, könnte es nachfrageseitig zu signifikanten Schrumpfungen kommen, die sich preisdämpfend auswirken könnten. Eine insgesamt anspringende Weltwirtschaft mit wieder wachsendem Energiehunger in China, Südostasien oder Lateinamerika könnte diese nationale Tendenz aber wieder weitgehend obsolet werden lassen. Die allseits beklagte Standortschwäche in Deutschland mit hohem Bürokratieaufwand und deutlich höheren Energiepreisen als in Wettbewerbsvolkswirtschaften bleibt ein großes Problem.

 

Energiewende

Blicken wir abschließend auf den Ausbau der Erneuerbaren, so lässt sich feststellen, dass der Zuwachs im Photovoltaik-Bereich die optimistischen Prognosen sogar noch übertroffen hat. Noch nie wurde in Deutschland derart stark PV-Leistung zugebaut wie in den vergangenen Monaten. Bei der Windenergie kann diese Tendenz weder On-Shore noch Off-Shore mithalten. Der Zubau bei Windkraftanlagen hinkt signifikant hinterher. Experten machen dafür die weitaus schwierigeren Planungs- und Bürokratieaufwände verantwortlich. Während eine Flächen-PV-Anlage von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme in der Regel weniger als anderthalb Jahre benötigt, liegen die aktuellen Windmühlen eher mindestens beim Doppelten, mitunter auch beim dreifachen Planungs- und Umsetzungszeitraum.