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Energienews 02. November 2022

„Gutes Wetter, zufriedene Schausteller, viele Gäste und eine friedliche Stimmung“

Der Mann ist sowas wie der Cheforganisator. Seit mehr als zwei Jahrzehnten behält der 62jährige Klaus Matteikat bei der Allerheiligenkirmes in Soest als Marktmeister den Gesamtüberblick. Die EnergieNEWS hatten Gelegenheit, kurz vor dem Start der Kirmes den vielbeschäftigten Mann zum Interview zu treffen.

 

EnergieNEWS: Hallo Herr Matteikat, jetzt geht es bald los. Gibt es irgendwelche Besonderheiten rund um die 684. Kirmes-Ausgabe in diesem Jahr?

 

Klaus Matteikat: Der Personalmangel, den wir im vergangenen Jahr in der Schaustellerbranche bereits gesehen haben, setzt sich fort. Das sind weiterhin Auswirkungen der Pandemie. Außerdem mussten wir ungewöhnlich spät noch einmal umplanen, weil einige Angebote kurzfristig getauscht worden sind.

Ohne Strom kein Volksfest – Ökostrom für die Allerheiligenkirmes gibt es seit 2010. Seit vergangenem Jahr ist es Ökostrom aus der Region.

Bild: © Gero Sliwa

 

 

EnergieNEWS: Erwarten Sie Auswirkungen durch die gestiegenen Strom- und Gaspreise bzw. die Inflation auf den Kirmesverlauf?

 

Klaus Matteikat: Das ist Spekulation, das lässt sich nicht vorhersehen. Nachdem wir 2021 mit der Kirmes zurück waren, ist es bei vielen Veranstaltungen, wie auch bei uns, sehr gut gelaufen. Die Menschen hatten Nachholbedarf. Inwieweit die höheren Kosten die Feierlaune jetzt beeinträchtigen, muss man abwarten.

 

EnergieNEWS: Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht die Stadtwerke Soest bei der ältesten Altstadtkirmes Europas?

 

Klaus Matteikat: Eine entscheidende, denn ohne Strom und ohne Schausteller kein Volksfest. Außerdem leben die Stadtwerke, genauso wie wir, den Nachhaltigkeitsgedanken. Der Ökostrom von dort fließt seit 2010. Jetzt ist er auch regional erzeugt, stammt also quasi von um die Ecke. Das ist genau auch unser Konzept: Pfandsystem, Mülltrennung, Park-und-Ride-Angebote, ÖPNV. Die Hälfte unserer Gäste kommt mit Bus und Bahn, dem Fahrrad oder zu Fuß.

Beeindruckende Impressionen – Das größte Volksfest in NRW.

Bild: © Gero Sliwa

 

 

EnergieNEWS: Die Anfänge der Allerheiligenkirmes reichen zurück ins Mittelalter. Das Fest ist mehr als 700 Jahre alt, schätzen Historiker. Spürt man diese lange Geschichte heute auf der Kirmes?

 

Klaus Matteikat: Ja, so verrückt es klingt, das spürt man. Denn diese Tradition schafft ja auch Verständnis. Müsste man so ein Fest heute ganz neu erfinden, ich bin ziemlich sicher, man würde scheitern. Bevölkerung, Stadtplaner, Schausteller – alle haben eine positive Grundeinstellung zur Kirmes. Sie freuen sich darauf und nehmen das, was aufgrund der Lage in der Altstadt auch mal schwieriger ist, dafür in Kauf. Das hat auch mit der engen Verbundenheit zu tun und die entsteht über die Tradition.

 

EnergieNEWS: Was muss passieren, damit die 684. Allerheiligenkirmes aus Ihrer Sicht ein Erfolg wird?

 

Klaus Matteikat: Erstmal muss der Rest der Aufbauphase weiterhin reibungslos verlaufen und alle Kolleginnen und Kollegen beim Ordnungsamt, den Kommunalen Betrieben Soest und die vielen anderen gesund ihre Jobs machen. Und wenn dann alles angerichtet ist, dann muss das Wetter gut sein, viele Gäste kommen, die Schausteller zufrieden sein und das Fest friedlich ohne Zwischenfälle verlaufen.

 

EnergieNEWS: Herr Matteikat, wir danken Ihnen für Ihre Zeit und dieses Gespräch.