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25. September 2024

Ausblick Energiemärkte 2024/25: Internationale Krisen sorgen für Unsicherheit

Energiemärkte – Derzeit ist weltweit viel in Bewegung.
Bild: © urbans78 - stock.adobe.com

 

Energiemanager wie Henning Rathert, bei der EDL GmbH zuständig für das Portfolio-  und Bilanzkreismanagement, müssen in diesen Tagen viel mehr sein als Experten für Gas- und Strompreise. Sie sind immer auch internationale Beobachter, haben fast schon wie Journalisten ihr Ohr am Weltgeschehen, denn explodierende Walkie Talkies in Beirut, von der Ukraine besetzte Gasübergabestationen in Russland oder vermasselte TV-Interviews von US-Präsidentschaftskandidaten haben oft unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklung der Energiepreise.

 

Naher Osten

Die jüngste Eskalation im Konflikt Israels mit der Hamas bzw. der Hisbollah durch die offenbar von Geheimdiensten herbeigeführten Explosionen von Kommunikationsgeräten hat – wenn auch nicht übermäßig – unmittelbar die Weltmarktpreise für Erdgas und Strom ansteigen lassen. Henning Rathert spricht in diesem Zusammenhang von einer „noch sehr moderaten“ Entwicklung, weist aber darauf hin, dass „eine Eskalation im Sinne eines flächendeckenden Konflikts mit weiteren beteiligten Ländern“ signifikante Preissprünge zur Folge haben könnte.

 

Ukraine-Krieg

Auch bei dem seit dem 24. Februar 2022 andauernden Krieg Russlands in der Ukraine führen kurzfristige Eskalationen unmittelbar zu veränderten Risikoprämien und damit individuellen Aufschlägen, die rasch einige Prozent beim Preis für Gas und Strom ausmachen können. Am 1. Oktober 2024 ist der Überfall Russlands exakt 950 Tage her – und dieser Angriffskrieg hat die Energiepreise seit Ausbruch wiederholt schwanken lassen und für Volatilität im Markt gesorgt, wie sie vorher nur schwer vorstellbar gewesen war.

 

US-Wahl

Am 5. November 2024 entscheiden die Wähler in den USA, wer die 47. Präsidentschaft im Lande antreten wird. Für Henning Rathert durchaus auch eine wichtige Frage im Hinblick auf die Energiepreisentwicklung: „Bei einer Präsidentin Harris gehe ich von mehr Stabilität in den Märkten aus, als bei einer erneuten Wahl Donald Trumps“. Der frühere Präsident sei selbst in Kernpositionen „schwierig einzuschätzen“, dadurch würden Marktreaktionen „extrem schwer vorhersehbar“.

 

Derzeit ausreichend Sicherheit – Gefüllte Gasspeicher Derzeit ausreichend Sicherheit – Gefüllte Gasspeicher. Bild: © Dzikir - stock.adobe.com

Gasspeicher in Deutschland  

Die Füllstände in Deutschland und Europa liegen bei nahezu 100 Prozent. „Das gibt in der Versorgungsfrage für das vierte Quartal und auch den Januar 2025 viel Sicherheit“, prognostiziert Henning Rathert. Durch die LNG-, aber auch die Pipeline geführte Versorgung, seien akute Engpässe nicht zu erwarten. „Ein extrem kalter Winter im Februar und März oder aus marktpsychologischer Sicht Vorkommnisse, die die Versorgungslage subjektiv massiv tangieren“, könnten aber auch hier Preise beeinflussen.

 

Fazit:

Für Henning Rathert ist momentan – bei aller Unsicherheit – ein guter bis sehr guter Zeitpunkt, um langfristig Energie einzukaufen. „Wir sehen ein Preisniveau so niedrig wie selten in den vergangenen 36 Monaten“, beschreibt es der Fachmann. Wettbewerber, die in den zurückliegenden sechs bis acht Monaten beschafft hätten, hätten allesamt „deutlich teurer eingekauft“. Auch wenn das Preisniveau „natürlich noch signifikant über dem der Vor-Corona-Zeit vor 2020“ liege, sei der Beginn des 4. Quartals „für langfristige Kostenkalkulation und Preissicherheit“ eine Chance, „die vielleicht nicht so schnell wiederkommt.“  

 

Wer mehr wissen will:

Henning Rathert

Portfoliomanagement/Bilanzkreismanagement

T. 02921.392245

h.rathert@stadtwerke-soest.de