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Nachhaltigkeit 23. März 2021

Innovationstreiber Stadtwerke: LoRaWAN-Technik bietet großes Potential

Die Filmszene ist legendär und hat Geschichte geschrieben: „Da stellen wir uns mal ganz dumm und fragen: Wat is en Dampfmaschin‘?“ Professor Bömmel in der „Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Wat en Dampfmaschin ist, hat sich mittlerweile ganz gut herumgesprochen. „Wat is eigentlich LoRaWAN“? Diese Frage macht heute mehr Sinn.

Wat ist eigentlich LoRaWAN?

Die Abkürzung steht für „Long Range Wide Area Network“ und beschreibt eine Funktechnologie, die in der Lage ist, energieeffizient und kostengünstig unterschiedliche Messdaten über große Entfernungen zu übertragen. Die Sensoren reagieren auf Temperatur, Feuchtigkeit, Gewicht, Helligkeit und vieles andere.

 

Pilotprojekt seit 2017

Die Stadtwerke Soest sind bereits seit einigen Jahren dabei, die innovative Technik zu testen und Nutzungsmöglichkeiten zu prüfen. Das Themenfeld LoRaWAN gehört unmittelbar zu den Zukunftsideen „Smart City“ – also intelligente Stadt – und „Internet of Things“, kurz IoT. Sie beschreiben die Möglichkeit, Daten in Echtzeit über das Internet einzelnen Benutzergruppen oder einer großen Öffentlichkeit verfügbar zu machen. Konkrete Anwendungsbeispiele: In der Versorgungstechnik etwa kann der momentane Füllstand eines Abfallcontainers abgerufen werden oder es lässt sich die Frage klären, ob nach einer Großveranstaltung ein Stadtbus mehr eingesetzt werden soll. LoRaWAN kann auch dabei helfen, dass nach einem Starkregen zügig ein Überlaufbecken mehr geöffnet wird.

 

Wetterprojekt BürgerWOLKE

Der Abteilungsleiter Energiedatenmanagement und Zählerwesen bei den Stadtwerken Soest, Karl-Heinz Hake, erklärt, was ihn an der neuen Technik so fasziniert: „Die Funkübertragungstechnik LoRaWAN ist ausgesprochen zuverlässig und fällt nur sehr selten aus. Die Übertragung funktioniert praktisch ohne Zeitverzug und benötigt wenig Energie, ist also über die Sensortechnik langlebig und effizient.“ Konkret genutzt wird LoRaWAN seit einigen Monaten nun innerhalb eines Projekts der Stadt Soest namens BürgerWOLKE. Hier geht es um Mikromessungen für Wettersimulationen gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Fraunhofer Institut IOSB-INA, gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen. Rund 100 Wetterstationen im Stadtgebiet werden in der letzten Ausbaustufe ständig Wetterdaten aus dem Stadtgebiet Soest an einen Zentralrechner melden, womit detaillierte Wetterdatenverläufe nachvollzogen werden können.

 

Technik der Zukunft

Für Karl-Heinz Hake ist das nur der Anfang. „Wir schaffen mit solchen Übertragungssystemen konkrete Mehrwerte für alle Bürgerinnen und Bürger. Das bedeutet den Übergang unseres Dienstleistungsangebots von der reinen Versorgung mit Erdgas, Strom oder Wärme hin zu einem Ausbau der Lebensqualität für alle.“ Mit LoRaWAN können sich per Fernabfrage im Internet Fragen klären lassen wie, wo gibt es in Soest noch einen freien Parkplatz oder wie lang ist die Schlange am Wertstoffhof. Professor Bömmel, der mit der Dampfmaschin‘, wäre von LoRaWAN ganz sicher begeistert. Denn so wie „der große, runde, schwarze Raum“ von damals hat auch diese neue Technik das Potential, das Leben der Menschen nachhaltig einfacher und sicherer zu machen.

 

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